Anfechtung internationaler Institutionen

Internationale Institutionen stehen heute unter massivem Druck: Unzufriedene Mächte fechten bestehende Regeln und Strukturen zunehmend offen an – durch Kritik, Subversion, Rückzug oder gar offene Sabotage. In diesem Projekt wird untersucht, wann und warum Staaten von moderater Kritik zu eskalierender Anfechtung internationaler Institutionen übergehen, und unter welchen Bedingungen Institutionen dieser Anfechtung standhalten. Unsere Forschung zeigt, dass die institutionellen Merkmale einer Organisation - z.B. Abstimmungsregeln, informelle Einflussmöglichkeiten oder bürokratische Unabhängigkeit -maßgeblich bestimmen, wie weit Staaten ihre Anfechtung eskalieren. Zugleich belegt das Projekt, dass die Resilienz multilateraler Institutionen entscheidend davon abhängt, ob andere Mitgliedstaaten und institutionelle Führungspersonen Verantwortung übernehmen, wenn mächtige Staaten auf Konfrontationskurs gehen.

Publikationen

  • Heinkelmann-Wild, T. (2026). (De) coding ‘America First’: Trump's contestation of international institutions and its consequences. International Affairs, 102(1), 43-62.
  • Daßler, B., Heinkelmann-Wild, T., & Kruck, A. (2025). How negative institutional power moderates contestation: Explaining dissatisfied powers’ strategies towards international institutions. The Review of International Organizations, 20(4), 1081-1118.
  • Heinkelmann-Wild, T., Kruck, A., & Zangl, B. (2024). The cooptation dilemma: Explaining US contestation of the liberal trade order. Global Studies Quarterly, 4(2), ksae024.